Das Drama der Wirbelsäule
Wenn der Schmerz kommt, ist es zu spät!
Eine Inszenierung von Reinhard R. Lenz.
Das Schauspiel wird von den Darstellern Ulrich Penquitt oder Thomas Kemper gespielt.
1996 erhielt das Schauspiel den ersten Preis der Europäischen Kommission und der IVSS für allgemeine und berufliche Bildung im "Europäischen Jahr des lebenslangen Lernens".
Gewürdigt wurden die innovative Kraft der 'neuen' Methode, die Übertragbarkeit auf viele Branchen und Bereiche, die internationale Gültigkeit sowie die Verwendbarkeit für Klein- und Mittelbetriebe. Mit ‘Auf Biegen und Brechen’ wurde professionelles Theater nicht neu erfunden. Die gezielte Nutzung dieses Mediums zur Bewusstseinsbildung von Themen der Sicherheit und Gesundheit stellt jedoch allem Anschein nach eine europäische Novität dar.
Das Schauspiel ist über 300 Mal erfolgreich
vor Fach- und Laienpublikum aufgeführt worden.
Theater erzählt Geschichten. ‘Auf Biegen und Brechen' zeigt den Lebensrückblick eines Menschen mit schwerem Schaden an der Wirbelsäule. In der Erinnerung werden ungünstig prägende Schlüsselszenen lebendig.
Ein Drama, wenn der Traum vom gemütlichen Alter, vom Genuss nach dem Erwerbsleben durch Krankheit zerplatzt. Am liebsten die Zeit zurückdrehen, es anders machen und dann die Träume des Rentnerdaseins verwirklichen.
Die Aufführung beginnt und endet mit der ‘Gefangenschaft’ im Rollstuhl. In mehreren Akten werden einzelne Lebensstationen aufgerollt. Eingeschoben ist eine zeitlose Szene, welche die emotionale Seite nachvollziehen lässt und damit die Übertragbarkeit gewährleistet.
Nachvollziehbare Ersatzerlebnisse lassen emotional mitfiebern.
--- Bewusstsein für das Thema 'Belastung und Schonung der Wirbelsäule' wecken.
--- Suchen nach Strategien zur ‘Bewältigung von Belastung’ auslösen.
--- Gleichgültigkeit als übergreifende Ursache von Gefahren und Krankheiten begreifen.
--- Neugier zu Sachfragen auslösen.
--- Belastungen als fremdgesteuerte und selbstgesteuerte Ursachen begreifen.
--- Reflektieren über Konsequenzen des eigenen Handelns.
Aus einer Broschüre kann kein Schauspiel gemacht werden.
Aber ein Schauspiel kann Neugier auf Broschüren erzeugen.
Die Produktion ist unabhängig von Branche und Bildung. Unabhängig von der betrieblichen Tätigkeit und Stellung wird der Zuschauer Nachdenken angeregt und veranlasst, seine private und berufliche Haltung und sein Handeln zu überprüfen.
Die knisternde Spannung, das gebannte Lauschen und das immense Diskussions- und Informationsbedürfnis nach der Aufführung sind Belege für die außerordentliche Wirkung in der Sache.
Zuschauer mit geschädigter Wirbelsäule werden bestätigt oder auf eine besondere Art erinnert. Wer bereits ein 'Zipperlein' hat ist ebenfalls schnell in den Bann zu ziehen. Abgestimmt ist die Aufführung auf gesunde Zuschauer, für die der Schmerz noch weit weg erscheint.
Zuschauer, die noch nie ein Theater von innen gesehen haben,
sind gefangen vom Ersatzerlebnis und beeindruckt von der schauspielerischen Kunst.
Das Grundproblem für Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats ist das fehlende Bewusstsein für die Langzeitwirkung und irreversible Spätfolgen.
Prävention ist jedoch auf diese Erkenntnis angewiesen.
Der Zuschauer hat keine andere Wahl, als eine eigene Haltung zu entwickeln.
Zwischen Ursache und Wirkung liegen viele Jahre.
‘Auf Biegen und Brechen’ liefert keine Lösungen. Theaterdarbietungen sind vielfach interpretierbar. Jedem Zuschauer bleibt es überlassen, eigene Schlüsse zu ziehen. Erst dadurch wird es mehr als eine Belehrung zu einem Thema der Sicherheit und Gesundheit.
Theater erzählt intensive, nacherlebbare Geschichten. Es wird ein Thema angeboten und so verdichtet, daß ihm niemand entrinnen kann. Der Betrachter wird an eine Entscheidung herangeführt, der er sich innerlich stellen muss.
Wenn der Zuschauer die Freiheit hat, sich selbst entscheiden zu können (auch falsch)
(s. Suchttherapie), besteht eine wirkliche Chance zur Veränderung.