'RisikoFreude' ist eine Maßnahmen für Unternehmen, die das Gefühl haben mit herkömmlichen Mitteln an Grenzen zu stoßen.
Die relevanten Führungskräfte müssen überzeugt sein, dass mit noch mehr Kontrollen und Korrekturgesprächen das Ziel von NULL-Unfällen nicht näher rückt. In der VOR-Phase spüren Führungskräfte Entlastung, wenn das Gefühl nachlässt, nur noch als Kontrolleure und Polizisten tätig zu sein. Die Seminare der VOR-Phase dienen dazu, die Einstellung zu vermitteln, dass es sich bei der Kampagne 'RisikoFreude' nicht um Mehrarbeit handelt, sondern um eine Erleichterung der obligatorischen Verantwortungspflichten.
Strenge Kontrollen und Bestrafung repräsentieren eine Sicherheitskultur. Wer eine Unternehemskultur wünscht, bei welcher das Wissen und Können seiner Mitarbeiter für die Entwicklung des Unternehmens genutzt wird, wer mehr Selbstverantwortung fordert, muss Mitarbeiter in die Lage versetzen, eigene Entscheidungen treffen zu können. (Regeln entmündigen)
Grundsätze der VOR-Phase von Input-Kampagnen finden Sie hier ==>>
Die Philosophie der Kampagnen verläuft durchaus quer zur gängigen Lehrmeinung, dass jegliches Risiko zu vermeinden bzw. zu beseitigen ist. Wenn festgestellt wird, dass mit noch mehr Reglementierung und noch mehr Technik kein großer Fortschritt mehr zu erreichen ist, muss Querdenken einsetzen.
Der gedankliche Ansatz ist in sich logisch und widerspruchsfrei.
Wenn behauptet wird, dass 90 % aller Ereignisse verhaltensbedingt sind,
verführt diese Aussage dazu, bei dem Ergebnis 'verhaltensbedingt'
die Unfallanalyse zu beenden.
Wer sich aber besinnt, dass ein Unfall immer ein ganzes Bündel von Ursachen hat, darf an dieser Stelle nicht mit der Analyse aufhören.
Mit der Kampagnen 'RisikoFreude' wird die Aussage unterstützt,
dass in 90 % der Ereignisse verhaltensbedingte Anteile auch mit dabei sind.
Wenn dem so ist, lohnt es sich selbstredend darüber nachzudenken
ob und wie Verhalten zu größerer Sicherheit zu erreichen ist.
Wie groß und wie relevant ein verhaltensbedingter Anteil ist, bleibt Spekulation.
Erzieherische Einwirkungen erfolgen nur schwerlich auf Anweisung.
Überhöhter Kontroll- und Bestrafungsdruck führt zu größeren Anstrengungen
Fehler zu vertuschen.
Bei der Lösung von Problemen sind in der Regel 4 Phasen zu beobachten:
1. Ignorieren (Das Problem haben wir nicht.)
2. Bagatellisieren (Ja, aber nicht der Rede wert.)
3. Mit akzeptierten Mitteln bearbeiten (...die es hervorgerufen haben)
4. Querdenken
'RisikoFreude' ist eine Maßnahme, die erst greift, wenn Phase 4 erreicht ist.