Persönlichkeitsentwicklungen,
Kulturentwicklungen sind prozesshaft!
Am Ende eines wirklich guten Seminartages (Intervention) hat das Thema 'Sicherheit und Gesundheit' absolut höchste Priorität in der Wahrnehmung und Bewertung der Teilnehmer. Ohne Sicherheit und Gesundheit geht gar nichts im Betrieb. Jeder hat den festen Vorsatz zu beweisen, dass er der Sicherheit einen hohen Stellenwert einräumt.
Der Wunsch etwas zu bewegen ist riesengroß.
Ist die Türklinke von außen kalt, gehen die Handys an und das Thema
ist bereits von anderen Bedeutungen überlagert.
Privates und Berufliches mischen sich in die Gefühls- und Gedankenwelt.
Wird am nächsten Tag die Türschwelle des Stammunternehmens überschritten, wartet ein Stoß von Entscheidungen, die sich wegen der Abwesenheit beim wirklich guten Seminar aufgestaut haben. Die Priorität von Sicherheit und Gesundheit schwindet weiter.
Die Welt bleibt nicht stehen. Nicht jeder ist ersetzbar.
Ist das Liegengebliebene abgearbeitet und die aufgestauten Probleme einigermaßen wieder im Griff, sind die Inhalte der Intervention schon in die Ferne gerückt.
Allein der zeitliche Abstand lässt die guten Vorsätze verblassen.
Stellt sich in den nächsten Tagen und Wochen heraus, dass die Ideen der Intervention
nicht so einfach umsetzbar sind und die anderen einfach nicht alles mitmachen,
ist der Tiefpunkt erreicht.
Gegebenfalls werden andere Schulungen zu wichtigen betrieblichen Themen durchgeführt.
Ist diese Erkenntnis gewachsen, muss eigentlich die nächste Intervention gesetzt werden. Auch diese folgt wieder der gleichen Logik in der Abnahme an Bedeutung.
Es wird ein neuer Punkt gesetzt, der aber den gleichen Gesetzmäßigkeiten folgt.
Soll ein kontinuierlicher Prozess entstehen, ist wieder die nächste Intervention fällig.
Ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess kann sich nur ergeben, wenn Einzelmaßnahmen ineinander verzahnt und aufbauend sind. Widersprüche durch unterschiedliche Philosophien oder Handlungsanleitungen führen zu Rückschlägen.
Erfolgt der Prozess zufällig und unkoordiniert, werden die Zeiträume länger.
Die Entwicklung einer nachhaltigen Sicherheits- und Gesundheitskultur zeigt sich durch die punktierte Linie in den Untergrenzen nach der Intervention.
Unterschiedlichste Zielgruppen müssen zeitgleich in ähnlicher Richtung entwickelt werden. Es begünstigt die gleichmäßige Entwicklung, wenn die Entfaltung möglichst vieler Handlungsfelder eines Unternehmens (Qualitätsbewusstsein, Risikomanagement, Leitbild, Teamentwicklung, Leistungs- und Kostenbewusstsein usw.) aufeinander abgestimmt werden.
Alle Interventionen müssen aus der Zufälligkeit genommen werden und verzahnt
und vernetzt in eine Richtung weisen.
Für die Entwicklung einer Sicherheit- und Gesundheitskultur sind größere Zeiträume erforderlich. Mit Rückschlägen muss gerechnet werden.
Halbherzige Unternehmungen scheitern.
Die beschriebenen Erkenntnisse sollen nicht frustrieren und zur Erstarrung führen,
sondern eventuell vorhandenen Frust erklären und den Mut anregen,
unbeirrt und konstruktiv weiterzumachen.
Kultur lässt sich nicht anweisen. Erfolg ist eher zu erwarten,
wenn konsequent ein längerfristiges Gesamtkonzept realisiert wird.
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