Claudia Holzapfel und Björn Jung
in einer Inszenierung von Reinhard R. Lenz und Jürgen Mikol
Eine theatralische Inszenierung zur Sensibilisierung
auf die phantastischen Eigenschaften der eigenen Haut.
Informationen zum Hautschutz sind genug vorhanden. In der Regel sucht nur jemand, der von einem Problem gedrängt wird oder der bereits eine Frage hat.
Präventive Vorgehensweisen wollen aber Menschen erreichen, die noch kein Problem haben, damit dieses erst gar nicht entsteht.
Hautschutz nicht vordergründig sondern intravenös.
In der Selbstwahrnehmung einzelner Personen ist eine Hauterkrankung ein eher seltenes Ereignis. Wenn nicht bereits Symptome sichtbar sind, überwiegt die Überzeugung, dass man selbst nicht betroffen sein wird.
Anhängig von der eigenen Befindlichkeit des Betrachters werden die Ebenen eher wahrgenommen und interpretiert, die der momentanen Bedürfnislage entsprechen.
Das Publikum ist Voyeur bei der enthüllenden Sitzung einer Wahrsagerin.
Herr Manko hat Leidensdruck. Der Weg führt ihn zu Frau Fatum, die sich als Wahrsagerin auf das Lesen aus der Hand / Haut spezialisiert hat. Eine außergewöhnliche Situation, in welcher die Haut zum natürlichen, aber unverfänglichen Gesprächsgegenstand wird. Frau Fatum kann gut beobachten, aber auch gut zuhören. Sie bietet Lebenshilfe. Aus ihren Erkenntnissen leitet sie Prognosen für die Zukunft ab. Situationen, in denen die Psyche aufgedeckt wird, schaukeln sich emotional hochgradig auf.
Einblicke, Rückblicke und Ausblicke
Spuren vergangener Lebensgeschichte dokumentieren sich in Narben, Rauigkeiten, in Verfärbungen, an Empfindsamkeiten usw. Mit dem notwendigen psychologischen Feingefühl schließt die Wahrsagerin auf das Innenleben, auf aktuelle Lebenseinstellungen, sein Körpergefühl. Gesundheitsbewusstsein und Verhaltensweisen.
Das Verhältnis zum eigenen Körper, das Gefühl für die eigenen Seele.
Wird Neugier auf die eigene Haut geweckt, die nach Antworten sucht, treffen anschließende Lösungsangebote auf offene Seelen. Sensibilisieren und Bewusstsein bilden erfolgt bei erwachsenen Menschen u. a. über eine Erhöhung der Bedeutung und der Gefährdungseinschätzung.
Ursache und Wirkung liegen nicht kausal nebeneinander.
--- Neugier auf Fakten der eigenen Haut erzeugen (nachfragen, nachlesen)
--- Wunscherzeugung nach Informationen
--- Risikoeinschätzung und Risikowahrnehmung erhöhen
--- Altbekannte, akzeptierte Risiken neu bewerten
--- Emotionale Hemmschwellen der Anwendung von Hautschutzmitteln abbauen
--- Aktivierungsimpulse zu Veränderungsprozessen empfangen und senden
--- Vielfalt gesunder und makelloser Hautfunktionen wahrnehmen
--- Schönheit, Ästhetik und Erotik genießen
Zuschauer werden auf einer anderen Sinnesebene angesprochen.
Sollen erwachsene Menschen erreicht werden, muss die Botschaft frei von Schuldzuweisungen sein, sonst verschließt sich der Betrachter.
In Handwerksberufen steht die kräftige, zupackende und durchaus raue Hand als Statussymbol für Männlichkeit. Hingegen weisen Frauen aufgrund ihres generationenübergreifenden Selbstverständnisses in der Anwendung von Kosmetika geringere emotionale Hürden diesbezüglich auf.
Für nicht wenige Männer ist 'Cremen' und 'Hautpflege' eher 'Frauensache'.
--- die phantastischen Eigenschaften der Haut
--- ein grundlegender Präventionsgedanke
--- Eigen- und Fremdverantwortung
--- Hochschaukeln von Konsequenzen eigenen Handelns
--- Lebenshilfe durch psychologisches Feingefühl fremder Personen
--- die persönliche Lebensgeschichte des Herrn Manko
--- Techniken des Aufschließens tiefer liegender Bedürfnisse
--- die Atmosphäre in einer Sitzung bei einer Wahrsagerin
Wer sich nicht für die Haut interessiert, kann andere Geschichten verfolgen und
erhält dennoch ganz nebenbei wichtige Informationen über den Hautschutz.


