Warum sich etwas ändern muss...
Dümpeln Unfallquoten dahin und bewegen sich nicht mehr entscheidend weiter nach unten, muss nach neuen Strategien gesucht werden. Um neue Entwicklungsschübe auszulösen, muss jeweils neu überlegt werden.
Veränderungsprozesse verlaufen in der Regel nach vier Phasen:
--- Ignorieren (das Problem gibt es bei uns nicht)
--- Bagatellisieren (das Problem gibt es, ist aber verschwindend klein)
--- Konservativ lösen (es wird versucht das Problem mit den Mitteln zu lösen, die
es gegebenenfalls hervorgerufen haben)
--- Querdenken (kommt erst in Betracht, wenn die vorangegangenen Phasen
nicht gegriffen haben. (Zu frühes Querdenken wird belächelt)
Meistens müssen alle Phasen durchlaufen werden, bevor frisches Denken zugelassen wird.
Über viele Jahrhunderte entwickelten sich Instinkte und Reflexe, die der Arterhaltung
dienten und dem eigenen Selbsterhaltungstrieb folgten.
Viele Schutzmechanismen sind evolutionär begründet und verwurzelt,
manche sind verschüttet oder neu interpretiert.
Mit der Zivilisation und dem Zusammenleben und -arbeiten in größeren Gemeinschaften entwickelten Gesellschaften verbindliche Gesetze. Es kann davon ausgegangen werden, dass dadurch ein neuer, schnellerer Sicherheitsschub ausgelöst wurde.
Anfänglich mit hohem Vorschub nähert sich die Wirkung einer gedachten Nulllinie.
Nachdem die ausgelösten Verbesserungsprozesse an Tempo verloren, wurden weitere Regeln gesetzt. Durch vermehrte Kontrolle und Bestrafung wurde ein weiterer Schub an Disziplin und verbesserten Unfallquoten ausgelöst.
Heute scheint allerdings ein Punkt erreicht, bei dem durch weitere Verschärfung kein großer Zugewinn zu erwarten ist. Nach der 80/20 Regel übersteigt der zu betreibende Aufwand den Nutzen bei weitem.
Viele Menschen merken sich nicht einmal zehn Gebote.
Der Ruf nach mehr Eigenverantwortung wird lauter.
Zu bedenken ist, dass jede weitere Regel Eigenverantwortung nimmt.
Insofern ist ein neuer Schub zu erwarten, wenn anstelle von eindimensionalen Vorgaben Korridore definiert werden. Korridore haben auch Grenzen, eröffnen aber auch Entscheidungsspielräume. Das wird nicht immer möglich sein, aber immer dann wenn es möglich ist, ist diese Variante prüfenswert.
Einfacher kontrollierbar sind Regeln, wenn sie für alle und immer gültig ist. Differenzierung ist aufwändiger. Allerdings ist ohne zusätzlichen Aufwand kein weiterer Entwicklungsschub zu erwarten.
Veränderungen in der Welt erzwingen Anpassungsprozesse.
Die einzelnen Phasen müssen durchlaufen werden, damit in Einzelfällen eine neue Führungskultur möglich wird, aus der weitere Potenziale geweckt werden können.
Eine Vision, an die man glauben muss, damit sie Wirklichkeit werden kann.
Wenn es in kleinen Schritten gelingt, von einer reaktiven Handlungsweise in eine pro aktive Zukunft zu gelangen, liegt darin auch eine Form gesteigerter Wertschätzung.
Als Gefangener eigener Denkwelten ist ein Ausbruch nur unter den Bedingungen des ersten Absatzes dieser Ausführungen realisierbar.
Unter Zugrundelegung bisheriger Denkmuster
endet die Suche danach, einen weiteren Schub auszulösen, genau an dieser Stelle.
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